Methodik der Leitbildentwicklung
Leitbildentwicklung mit der Methodik der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie ?
Eine Lokale Nachhaltigkeitsstrategie besteht aus einer Vision, einem Leitbild mit konkreten Zielen, einem Entwicklungs- bzw. Aktionsprogramm mit Maßnahmen und einem dynamischen Managementzyklus (zukunftsfähiges Kommunalmanagement) für die Umsetzung, welche zur Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität einer Kommune führen. Ziel ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Zukunftsfähigkeit der Kommune zu entwickeln, umzusetzen, fortzuschreiben und regelmäßig zu überprüfen (Review/Monitoring).
Das Modell der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie hier (Strategisches Public Managementmodell, pdf).

Die Transfer 21 Methodik unterscheidet sich erheblich von der bisherigen Vorgehensweise in lokalen Agenda 21 und üblichen Stadtentwicklungsprozessen. Ziel der Transfer 21 Methodik ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Zukunftsfähigkeit der Kommune zu entwickeln und umzusetzen.
Unterschiede sind z.B. die hohe Akzeptanz in der Bürgerschaft, eine breite und qualifizierte Bürgerbeteiligung, die Integration aller Themenbereiche (systemischer Ansatz), die Verzahnung mit bestehenden Instrumenten der Kommunalentwicklung, die Berücksichtigung von Chancen und Risiken, sowie die Strategieorientierung.

Die Strategieorientierung und die Entwicklung einer "Lokale Nachhaltigkeitsstrategie" gründet sich auf dem Kapitel 28 der Agenda 21:
"Durch Konsultation und Herstellung eines Konsenses würden die Kommunen von ihren Bürgern und von örtlichen Organisationen, von Bürger-, Gemeinde-, Wirtschafts- und Gewerbeorganisationen lernen und für die Formulierung der am besten geeigneten Strategien die erforderlichen Informationen erlangen" (vgl. Kapitel 28.3).
Vergleich der Instrumente: Das Kommunale Nachhaltigkeitsmanagement

Ein wesentlicher Unterschied ist das Zeitfenster des Prozesses. Vom 1. Schritt bis zum Zwischenziel (Gemeindebeschluß) reichen 6 bis 12 Monate (ansonsten 3 bis 7 Jahre), dafür ist die Umsetzungsphase langfristig angelegt. Dies jedoch so, dass die Kommune und die Bürger nicht überlastet werden.

Die Lokale Nachhaltigkeitsstrategie kann als Instrument mit bestehenden Instrumenten verzahnt werden bzw. auf deren Ergebnisse aufbauen. Die Frage unter welcher "Flagge" dabei gesegelt wird, ist sekundär - wichtig ist einzig ein qualifizierte Ergebnis.

Kernbausteine des zukunftsfähigen Kommunalmanagement sind die Formulierung eines Leitbild für die nächsten 15-25 Jahre, ein Entwicklungsprogramm bestehend aus Projekten für die nächsten 5 Jahre und die Verankerung einer längerfristigen Umsetzungsphase mit einem Managementzyklus.
Das Leitbild umfaßt sowohl Normen und Werte, eine langfristige Vision als auch konkrete Ziele für alle relevanten Einzelbereiche der Kommune wie z.B. Familie und Soziales, Umwelt und Natur, Wirtschaft und Arbeiten, Kultur und Globalisierung. Das Leitbild basiert auf einer Chancen- und Riskoanalyse und soll im Konsens entwickelt werden.
Das Entwicklungsprogramm dient der Umsetzung des Leitbilds und besteht aus Leitprojekten, die von der Kommune und von anderen Trägern durchgeführt werden.
Der Managementzyklus sichert die dynamische Fortschreibung, die Vernetzung, die Prüfung der Umsetzung (Nachhaltigkeitsbericht) und die Verstetigung der Beteiligung.

Die Transfer 21 Methodik gründet auf internationalen UN und OECD Qualitätsnormen für Nachhaltigkeitsstrategien (vgl. UNDP/OECD: Sustainable Development Strategies. A Ressource Book. 2002), den Aalborg-Commitments und der Erklärung der Kommunen des Weltgipfels von Johannesburg.

Das Know-how von Transfer 21 basiert primär auf Praxiswissen von Modell- und Referenzprojekten (z.B. Altmühltal, Ingolstadt und Neumarkt) und sekundär auf Forschungsergebnissen der Nachhaltigkeitswissenschaft (Sustainability Science).
© Transfer 21, Mai 2004
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