
Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann hat gestern, 29.11.2006 im Post Tower in Bonn die offizielle UNESCO-Auszeichnung "Stadt der Weltdekade" entgegen genommen. Die Auszeichnung, die vom Vorsitzenden des Nationalkomitees Prof. Dr. Gerhard de Haan, dem Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission Dr. Roland Bernecker sowie Minister Eckhard Uhlenberg aus Nordrhein-Westfalen übergeben wurde, gilt für die Jahre 2007 und 2008.
Ausschlaggebend für den Erfolg der Neumarkter Bewerbung um den Titel „Stadt der Weltdekade“ ist die Verankerung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Stadtleitbild „Zukunftsfähiges Neumarkt“. Weiterhin kann Neumarkt die Umsetzung konkreter Projekte und Maßnahmen in diesem Bereich vorweisen, z.B. die Leitprojekte „Lernprogramm Zukunftsfähigkeit“, „Neumarkter Bündnis verantwortungsbewusster Verbraucher“ sowie „Bürger aktiv“.
Als Schwerpunkte der Neumarkter Bewerbung in Bezug auf „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ wurde zum einen die Eine Welt Arbeit, insbesondere durch die Aktivitäten des Eine Welt Ladens Neumarkt dargestellt, zum anderen die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements durch das Bürgerhaus und die Freiwilligen Agentur. Im Vordergrund dabei steht das „Lernen durch aktive Beteiligung“. Das Stadtleitbild „Zukunftsfähiges Neumarkt“, das im Jahr 2004 vom Stadtrat beschlossen und seitdem insbesondere durch das Bürgerhaus umgesetzt wird, wird durch die UNESCO-Auszeichnung als offizieller Beitrag zur Allianz „Nachhaltigkeit lernen“ anerkannt.

Im Rahmen der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen am 16. Oktober 2006 in Hofgeismar bei Kassel wurde die Freiwilligen Agentur Neumarkt mit dem Innovationspreis für Freiwilligenagenturen ausgezeichnet. Die Übergabe des Preises erfolgte durch die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger. Die 1. Vorsitzende Vera Finn und Geschäftsführer der FAN Ralf Mützel nahmen den Preis am vergangenen Montag entgegen (auf dem Foto von links nach rechts: Ralf Mützel, Vera Finn, Sozialministerin Silke Lautenschläger).
Die Freiwilligen Agentur Neumarkt wurde für den „Blick hinter die Kulissen“ ausgezeichnet. Alle 12 Wochen lädt die Freiwilligen Agentur Neumarkt zu einem Besuch bei einer Organisation oder einem Verein in Neumarkt ein. Zielsetzung dabei ist es, dass sich Bürgerinnen und Bürger über deren Tätigkeitsbereiche unverbindlich informieren können und Möglichkeiten eines freiwilligen Einsatzes kennen lernen können. Die bisher besuchten Organisationen und Vereine waren: Sozialpsychiatrischer Dienst des Diakonischen Werkes, Jurawerkstätten, Türkisch-Islamischer Verein, Regens Wagner sowie Caritas Kreisstelle und Sozialstation. Als nächste Einrichtung wird im November das Internetcafe femiNet und das ComIN des CJD Neumarkt am Hofplan besucht.
Hintergrund zum Wettbewerb und zur Preisverleihung Die bagfa (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen Agenturen) hat für 2006 den Preis „Angefragt. Angestiftet. Mitgemacht. Innovationspreis für Freiwilligenagenturen 2006“ ausgelobt. Die bagfa steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler. Durch den Innovationspreis werden die Agenturen nicht nur finanziell unterstützt, sondern er sorgt auch für die öffentlichkeitswirksame Anerkennung ihrer Arbeit. In diesem Jahr konzentriert sich der Preis auf die Öffentlichkeitsarbeit dieser Einrichtungen. Das Anliegen ist, wirksame und ideenreiche Ansätze der Öffentlichkeitsarbeit zu prämieren.
Die Jury hat 3 Hauptpreise mit je 3.000 € Preisgeld an drei Freiwilligen Agenturen mit innovativen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit vergeben. Die Freiwilligen Agentur Neumarkt (FAN e.V.) gehört zu den drei ausgewählten Preisträgern des Hauptpreises. Ebenso 3.000 € haben das Freiwilligen Zentrum Kassel e.V. sowie die EhrenamtsAgentur Weimar erhalten. Sonderpreise gehen an die Freiwilligen Agentur Kaiserslautern mit 1.000 € (start up Preis) und an die Freiwilligen Agentur Stuttgart mit 2.500 € (Sonderpreis Deutsche Bank).
Die Gesamtsumme der Preisgelder zum Innovationspreis beträgt im Jahr 2006 12.500 Euro. Angeregt und finanziert wird der Preis von der Stiftung Apfelbaum (Köln); zum ersten Mal ergänzt mit 2.500 Euro von der Deutschen Bank. Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wählten aus insgesamt 43 Bewerbungen fünf herausragende Projekte aus.

Am 24. Juni 2006 wurden in Freiburg die Deutschen Meister in der von der Fachredaktion Solarthemen und der Deutschen Umwelthilfe veranstalteten Solarbundesliga geehrt. Bei diesem Wettbewerb werden die Kommunen mit der höchsten Dichte von Solarwärme- und Solarstromanlagen pro Kopf der Bevölkerung ausgezeichnet.

Insgesamt 905 Städte und Gemeinden spielten in dieser Solarbundesliga in der Saison 2005/2006 mit. Ingolstadt belegte erfreulicherweise bei den Großstädten hinter Freiburg und Ulm den dritten Platz. Die Ingolstädter Einwohner haben pro Kopf 0,066 Quadratmeter Solarkollektorfläche und Fotovoltaikanlagen mit einer Solarstromleistung 23,2 Watt pro Kopf installiert.
Insgesamt waren in Ingolstadt am 01.01.2006 installiert: • 963 Solaranlagen zur Wärmegewinnung mit einer Kollektorfläche von zusammen 7958 m² • 336 Fotovoltaikanlagen zur Stromgewinnung mit einem Jahresertrag 2005 von zusammen 1.800.000 kWh
Dieser Erfolg ist sicherlich auch mit die Folge einer langjährigen Förderung von Solar- und Fotovoltaikanlagen durch die Stadtwerke und die Stadt Ingolstadt, z.B. im Rahmen des städtischen CO2-Minderungsprogramms. Aber auch die diesbezüglich geführte intensive Beratungs- und Aufklärungsarbeit des Umweltamtes sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden.
Allein 60 Solaranlagen mit zusammen 431 m² Kollektorfläche wurden durch das 100-Dächer- Förderprogramm des Umweltreferates in Zusammenarbeit mit Ingolstädter Banken mit einer Fördersumme von insgesamt 41.745 Euro gefördert.
Bereits vor In-Kraft-Treten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurden von den Stadtwerken Ingolstadt 20 Fotovoltaikanlagen mit dem vollen Fördersatz und acht Anlagen teilweise bezuschusst. Hier bekamen die Antragsteller bis zu 75 Prozent der Investitionskosten, maximal jedoch 14.316 Euro, erstattet. Auf 15 von der Stadt Ingolstadt zur Verfügung gestellten Dachflächen werden ebenfalls von interessierten Bürgern und Unternehmen Fotovoltaikanlagen betrieben. Darunter ist als eines der größten Projekte die Fotovoltaikanlage der „IG Bürger Solarkraftwerk“ auf dem Dach des Sozialen Rathauses mit einer Leistung von 60,4 kWpeak zu nennen. Daneben kann hier beispielhaft auch auf die städtischen Objekte „Neues Rathaus“ und „Kindergarten Gerolfing“ verwiesen werden. Auf diesen Gebäuden wird jeweils eine weitere Anlage vom Bund Naturschutz unterhalten.
Die IFG hat auf dem Flachdach der Halle J im GVZ Ingolstadt zur Brauchwassererwärmung aber auch zum Betrieb der Kühlungsanlage Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 550 m² installiert. Zudem wurden in die Fassade des gleichen Gebäudes speziell entwickelte Fotovoltaik-Module integriert. Insgesamt wurden auf 397 m² 228 Module installiert.
Ergänzend ist im Rahmen des städtischen CO2-Minderungsprogramms neben den bereits erwähnten Solarwärme- und Solarstromanlagen auch der Bau von Niedrigenergiehäusern bezuschusst worden. In diesem Zusammenhang wurden für 82 Objekte Fördermittel in Höhe von insgesamt 298.594 Euro gewährt.
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Quelle: Stadt Ingolstadt
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