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Das Altmühtal Agenda 21 Projekt an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde e.V.

Mit dem Erdgipfel 1992 startete die Umwelt-Ringvorlesung mit bis 1999 fast 100 Referenten (darunter: Klaus Töpfer, E.U.von Weizsäcker, G. Altner, Hubert Weiger, Hans Peter Dürr, J.P. Ribaut,  E. Agius, G. Dobmeier, R. Hennig, W. Schnappauf und viele andere bekannte Persönlichkeiten. Dr.Volker Hauff führte schon 1992 (Mitglied der Brundtlandkommission) in das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ein. Schon damals bewegte die Diskussion in der Universität stark die Frage der Umsetzung.

Die Agenda 21 eröffnete hierzu einen neuen legitimen Rahmen, im Sinne des damals populären Mottos "Global denken, lokal handeln". Auf Initiative des Leiters der Umweltabteilung der Europarats, Jean Pierre Ribaut wurde mit Unterstützung von Bundesminister Klaus Töpfer das Altmühtal-Projekt gestartet. 


Das Altmühtal-Projekt der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt startete 1994 in Zusammenarbeit mit 8 Projektträgern, darunter der Landkreis Eichstätt, der BN Bayern, der Diözesanrat des Bistums Eichstätt und kirchlicher Verbände als eines der ersten Agenda 21 und Nachhaltigkeitsprojekte in Deutschland. Schon 1994 wurde ein Leitbild mit 10 Teilleitbilder und 25 Projekten und über 100 Maßnahmen als Aktionsprogramm verabschiedet. Die Leitbilder und Ziele wurden sowohl der Agenda 21, als auch der wichtigen Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" entnommen.

Altmühltal Agenda 21 +

Die Altmühtal Agenda 21 verfolgte alle 25 quantitative Nachhaltigkeitsziele der Studie Zukunftsfähiges Deutschland und basierte auf einem starken und operationalisierten Nachhaltigkeitskonzept (Umweltraum) - dies wird mit dem "+" verdeutlicht. 

Nationalprojekt Deutschlands

Das Projekt wurde 1995 als Nationalprojekt (des Europäischen Naturschutzjahr) der BRD ausgezeichnet, stand unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Herzog und wurde von der Bundesstiftung Umwelt gefördert.Das Altmühltal Agenda 21 Projekt wurde von der Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde e.V. im Auftrag der Katholischen Universität Eichstätt betreut.


Das Projektgebiet umfasste den Raum des Naturparks Altmühltal (2967 qkm) und angrenzende Regionen, inbesondere den Wirtschaftsraum Ingolstadt.


Ziel des Altmühtal-Projekts war die Entwicklung einer regionalen Altmühtal Agenda 21, welche Grundlage für die ca. 80 lokalen Agenda 21 sein sollte. Das Aktionsprogramm umfasste 25 Projekte in 10 Projektbereiche in denen im Projektzeitraum bis 1999 über 100 Maßnahmen durchgeführt wurden. Leitprinzip des Altmühltal-Projekts war die Einleitung einer zukunftsfähigen Entwicklung in möglichst ganzheitlicher Weise.


Hierzu wurde eine eigene Koordinationsstelle eingerichtet und eine Fülle von Veranstaltungen (z.B. Experten-Workshops für Kommunalpolitiker, etc. ) durchgeführt. Angeregt durch das Altmühltal-Projekt hat dann die Gemeinde Böhmfeld (ca. 1600 Einwohner) den ersten Beschluß für eine lokale Agenda 21 im Projektgebiet vollzogen und einen bis heute vorbildlichen Agenda 21 Prozeß gestartet.

Lokale Agenda 21 Böhmfeld

Es zeigte sich schon frühzeitig, daß es ohne qualifizierte Prozeßmodelle zu erheblichen Schieflagen und Mängel in laufenden Prozessen kam. Dies führte zu einer intensiven Auseinandersetzung über mögliche Prozeßstrukturen. Hierzu wurden alle bekannten deutschen und europäischen Prozesse ausgewertet. Als Ergebnis wurde ein qualitatives Prozessmodell für die Lokale Agenda 21 entwickelt, welches zu einem qualitativen inhaltichen Prozess beitragen konnte. Dieses Prozessmodell war zusammen mit einem Prozeßmodell einer Beratungsfirma und den praktischen Erfahrungen aus den Kommunen die Grundlage für die Erstellung des bayerischen Prozeßmodells. Dieses Prozess-modell (2.Generation)  wurde im UAK Kommunale Agenda 21 im Rahmen der Bayern Agenda 21 ausgearbeitet und 1998 im Leitfaden "Der Weg zu einer Kommunalen Agenda 21" publiziert.

Das Prozeßmodell wurde in den laufenden Jahren weiter verbessert und war Grundlage des Prozessmodell der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie (3. Generation) des Modellprojekts "Visionen für Ingolstadt".

Das Altmühltal-Projekt führte zu einer Fülle von Folgeprojekten.

Weitere Informationen und die Projektdokumentation finden Sie auf der Webseite der www.faape.org.

Download: Auf dem Weg zur Altmühtal Agenda 21 +. Aktionsprogramm und Projekte für ein zukunftsfähiges Altmühltal


Literatur:

Deutsches Nationalkomitte: Abschlussbericht für das Europäische naturschutzjahr 1995. Bonn 1996 (451 bis 454).

Franz von Assisi Akademie e.V. (Hrsg.): Auf dem Weg zur Altmühtal Agenda 21 +. Aktionsprogramm und Projekte für ein Zukunftsfähiges Altmühtal. Abschlußbericht 1998 (Manusskript).

© Transfer 21, Mai 2004




 


 
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